ORDEN UND EHRENZEICHEN

Die Sammlung umfasst sowohl militärische wie zivile Auszeichnungen. Den Grundstock bildete die Finkam’sche Sammlung hannoverscher und braunschweigischer Orden und Ehrenzeichen aus der Zeit ab 1785, die 1901 als Schenkung ins Haus kam. Schon hier sind auch britische Auszeichnungen vertreten, die hannoversche Soldaten als Angehörige der Kings German Legion und/oder Teilnehmer der Schlacht von Waterloo erhalten haben.

Die Sammlung wurde ausgebaut u.a. durch die verschiedenen Stufen des Guelphen-Ordens und des Ernst-August-Ordens. Zu den herausragenden Exponaten des älteren Sammlungsbestandes gehören Orden, die General Carl Graf von Alten (1764-1840) verliehen worden sind.

Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges begann man Orden und Ehrenzeichen der deutschen Staaten, des Deutschen Reiches und verbündeter Staaten zu sammeln. Besonders zu erwähnen sind die Orden aus dem Nachlass des Generaloberst Alexander von Linsingen (1850-1935), zu denen u.a. der ihm verliehene preußische Schwarze Adler-Orden gehört.

Später sind militärische und zivile Auszeichnungen der NS-Zeit und aus dem 2. Weltkrieg hinzugekommen. Unter dem jüngeren Bestand sind besonders Auszeichnungen der früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961) und Alfred Kubel (1909-1999) zu erwähnen. (hmh)

Spange mit Ehrenzeichen, nach 1848
Spange mit britischen und hannoverschen Ehrenzeichen, verliehen an den Sergeanten Friedrich Kohne, 2. Leichtes Bataillon der King‘s German Legion (KGL), für seine Teilnahme an den Napoleonischen Kriegen auf der Iberischen Halbinsel und bei Waterloo. Die KGL war eine Truppe in britischen Diensten und bestand hauptsächlich aus Hannoveranern. Sie war 1803 aufgestellt worden, nach der Besetzung des Kurfürstentums Hannover durch die Franzosen und der Auflösung der hannoverschen Armee.

Foto: HMH/R. Gottschalk.

Von links nach rechts:
Britische General Military Service Medal mit fünf Gefechtsspangen: Nive, Nivelles, St. Sebastian, Vittoria, Salamanca. Randschrift „FRIEDR. KOHNE SERJT. 2. Lt.Bn. K.G.L.“ An rotem Band mit blauen Randstreifen. Gestiftet von Queen Victoria 1848.
Hannoversche Waterloomedaille, Vorderseite Umschrift „GEORG PRINZ REGENT“ mit Profilbildnis des Stifters mit Lorbeerkranz und antikem Gewand, unterhalb „1815“ und der Name des Medailleurs „W.Wyon“ (London). Rückseite: Unter Trophäen „WATERLOO / JUN. XVIII“ und zwei Lorbeerzweige. Umschrift „HANNOVERSCHER TAPFERKEIT“. Randschrift teils verputzt „FRIED…KOHNE SERJEANT…“, an hellblauem Band, gestiftet 1816.
Britische Waterloomedaille, Vorderseite Porträt des Prinzregenten Georg (IV.) mit Umschrift „GEORGE P. REGENT“ und Inschrift des Medailleurs „T. Wyon, JUN.“. Rückseite: Thronende Siegesgöttin, darüber „WELLINGTON“, darunter „WATERLOO JUNE 18 1815“. Randschrift „SERJEANT F… KOHNE 2nd LIGHT BATT. K.G.L.“. An rotem Band mit blauen Randstreifen, gestiftet 1816.
Hannoversche Kriegsdenkmünze für die Freiwilligen der KGL. Vorderseite mit Tatzenkreuz und den gekrönten Initialen „EAR“ unter der Königskrone. Rückseite mit Lorbeerkranz und Inschrift „TAPFER/UND/TREU“ und der Umschrift „KÖNIGLICH-DEUTSCHE LEGION“. Gestiftet von König Ernst August 1841. (af)

Langensalza-Medaille
Im Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 stellte sich der hannoversche König Georg V. auf die österreichische Seite. In der Schlacht bei Langensalza siegten die Hannoveraner zwar, mussten aber am nächsten Tag wegen Mangel an Munition und Nahrung kapitulieren. Das Königreich Hannover wurde von Preußen annektiert. Bereits einen Monat später stiftete Georg V. im Exil die Medaille „für alle, welche in dieser Schlacht tapfer, aber ohne Erfolg gekämpft haben“. 1867 wurde die Medaille durch Preußische Kabinettorder in der Provinz Hannover anerkannt. Eine Geste, die aber den Zorn vieler Hannoveraner nicht dämpfen konnte.

Foto: HMH/R. Gottschalk.

Bronzene Medaille an gelb-weiß gestreiftem Ripsband. Auf der Vorderseite Männerkopf in Seitenansicht, Umschrift „Georg V. v.G.G. KOENIG v. HANNOVER“. Unter dem Kopf der Name des Stempelschneiders „JAUNER“. Auf der Rückseite in Lorbeerkranz „LANGENSALZA / 27. JUNI / 1866.“ Randschrift „H. MEYER“. (af)

< zurück zu Historisches Museum Hannover

Print Friendly, PDF & Email