VASSILI EFSTRATIADIS

Ich bin verheiratet und habe drei Kinder im Alter von 24, 21 und 11 Jahren. Seit über 10 Jahren bin ich ehrenamtlich bestellter Bodendenkmalbeauftragter im Landkreis Schaumburg. Davor war ich rund 15 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke unterwegs.

Bei meinen Feldbegehungen benutze ich ein Metallsuchgerät, um Metallgegenstände aufzuspüren. Relavante Funde werden eingemessen und die dabei gefundene Keramik wird mittels GPS markiert. Mein Hauptaugenmerk liegt in der Begehung von verlassenen Siedlungen, „Wüstungen“ genannt, deren Erhaltung bedroht ist. Eine davon ist Hatteln, eine im späten Mittelalter aufgegebene und verlassene Siedlung. In diesem Gebiet kommen aber auch römische Funde zum Vorschein. So entdeckte ich vor kurzem einen sehr seltenen Denar des Kaisers Commodus (180-192). Das bereits länger umgelaufene Stück zeigt auf der Vorderseite die Büste des Commodus mit Lorbeer n.r.. Umgeben ist sie von der Legende M(arcus) COMM(odus) ANT(oninus) P(ius) AVG(ustus) BRIT(annicus) P(ater) P(atriae). Das rückseitige Bild zeigt Securitas, die Personifikation der „Sicherheit“. Die zugehörige Umschrift lautet SEC(uritas) ORB(is) gefolgt von dem Ämterangaben P(ontifex) M(aximus), TR(ibunicia) P(otestas) XIIII CO(n)S(ul) V DES(ignatus) VI. Das Stück wurde in Rom im Jahr 189 geprägt (RIC 190).

Denar des Commodus (Foto: U. Werz).

Typengleiche Stücke wurden bislang an nur wenigen Orten entdeckt. Sie stammen aus je einem Hortfund in Spanien (Llíria) und einem in Bulgarien (Marcianopolis). Es handelt sich hierbei wohl um den ersten Einzelfund dieses Münztypus. (Vassili Efstratiadis, Januar 2021)

Bislang bekannte Fundorte dieses Denartyps (Karte: U. Werz).

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