AKTUELLES

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Ausschreibung, Einsendeschluss 30.11.2022

Studienpreis des Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen 2023 (Bachelor)

Der archäologische Studienpreis des Freundeskreises für Archäologie in Niedersachsen (FAN) https://freundeskreis-fuer-archaeologie.de wird seit 2017 jährlich vergeben. Ziel ist die Förderung von jungen Forschenden und die Vernetzung mit der Denkmalpflege.
Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen von Universitäten und Hochschulen mit Abschlussarbeiten, die einen Bezug zur Archäologie in Niedersachsen haben. Eine Eingrenzung auf bestimmte Teilgebiete der Archäologie bzw. Ur- und Frühgeschichte besteht nicht. Prämiert werden können sowohl Materialvorlagen als auch Forschungen zu überregionalen und methodischen Fragestellungen aus dem gesamten inhaltlichen und chronologischen Spektrum – von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit. Die eingereichten Abschlussarbeiten müssen zwischen dem Wintersemester 2019/2020 und einschließlich Sommersemester 2022 abschließend bewertet worden sein.

Es wird darauf hingewiesen, dass auch Arbeiten, die sich mit den Fundmünzen oder der Geldgeschichte Niedersachsens beschäftigen, eingereicht werden können.

Ausschreibungstext

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Round Table: Freitag, 2. Dezember 2022, ab 11:15 Uhr

Universität Tübingen
SFB 1391 Andere Ästhetik
Institut für Klassische Archäologie

Nicht nur schön…
Die andere Ästhetik von Münzen

In ihrer Ästhetik – sowohl im äußeren materiellen Erscheinungsbild als auch in der inhaltlichfunktionellen Bedeutung als Kommunikationsmittel – unterscheiden sich griechische und römische Münzen grundlegend von ihren modernen Verwandten. Genau an diesem Punkt will die vorliegende Veranstaltung ansetzen und in einem breiten Blickwinkel das Phänomen der „anderen Ästhetik“ von antiken Münzen und deren Bedeutung im antiken sowie modernen Kontext diskutieren. Die Themen, mit denen die für die antike Lebenswelt und die moderne Rezeption wichtigsten Perspektiven verhandelt werden, umfassen Ikonographie, Funktion, Materialität, Repräsentation und Präsentation. Das breite Spektrum macht deutlich: Die Schönheit oder die Besonderheit dieser Objekte liegt und lag wahrlich im Auge des Betrachters.

Information und Anmeldung: stefan.krmnicek@uni-tuebingen.de

Programm

11:15 Stefan Krmnicek & Michele Lange (Universität Tübingen)
Grußworte und Eröffnung
11:30 Elly Baltus (ellybaltus.com Amsterdam)
Key Note: An Artist‘s Perspective
12:00 Katharina Martin (Universität Münster)
(Nur) Funktional oder auch schön? Zur Ästhetik der sog. Roman Provincials
12:30 Simone Vogt (Museum August Kestner Hannover)
Kunstwerk oder Massenprodukt – Museale Präsentationen von (antiken) Münzen

13:00 Empfang im Museum Alte Kulturen I Schloss Hohentübingen

14:30 Hadrien Rambach (Université de Lille)
Delacroix and the aesthetics of his engravings of ancient coins
15:00 Olivia Denk (Universität Basel)
Im Antlitz des Schönen – Griechische Münzen als synästhetische Kunstwerke
15:30 Veronika Disl & Laura Lun (Mona Lisl München)
Zu viel des Guten? Über die Konservierung und Restaurierung antiker Münzen
16:00 Stefan Krmnicek & Michele Lange (Universität Tübingen)
Schlussworte

16:15 Führung Troja-Sonderausstellung, Museum Alte Kulturen I Schloss Hohentübingen

17:15 Conference Dinner im HILLS Burger Club

Das Programm erhalten Sie hier.

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Online Vortrag: 8. Dezember 2022, 18:00 Uhr

Numismatik vernetzt – Numismatische Kommission, Deutsche Numismatische Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft für Medaillenkunst

Dr. David Wigg-Wolf (Frankfurt am Main) sowie Prof. Dr. Aleksander Bursche, Dr. Holger Komnick, Dr. Kiril Myzgin, Marjanko Pilekić M.A. und Tom Wiecek M.A.

Repräsentationen der Macht. Münzen als neue Quelle zum Aufstieg der Goten?

(Grafik: M. Pilekić, RGK Frankfurt)

Bei der Schlacht von Abritus 251 n. Chr., bei der der römische Kaiser Traianus Decius und sein Sohn Herennius Etruscus den Tod fanden, habe die Goten offenbar den kaiserlichen Schatz mit zahlreichen Goldmünzen erbeutet. Bald darauf beginnt eine Prägung von Imitationen römischer Münzen – teilweise mit den in der Stadt Alexandria Troas erbeuteten Münzstempeln –, die insbesondere auf dem Territorium der heutigen Ukraine gefunden und deshalb mit den Goten in Verbindung gebracht werden.
Die zahlreichen Imitationen in Gold und Silber spielten eine wichtige Rolle bei der Selbstdarstellung der germanischen Eliten am Anfang der Spätantike und sind ein wichtiges Zeugnis des Aufstiegs der Goten sowie ihrer Rolle beim Niedergang des römischen Imperiums.

Der Vortrag gibt einen Einblick in das Forschungsprojekt IMAGMA, welches von Prof. Dr. Alexander Bursche (University of Warsaw, Poland) und Dr. David Wigg-Wolf (Römisch Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Frankfurt, Germany) koordiniert wird.

Teilnahme am Vortrag erfolgt über den Web-Account von Prof. Dr. Bernhard Weisser (eine Registrierung ist nicht nötig, einfach den Link aufrufen): https://spk-berlin.webex.com/meet/b.weisser

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Literatur, Neuerscheinung

Ulrich Werz, Die Fundmünzen der römischen Villa Borg bis zum Frühjahr 2017, Saarbrücken 2022 (396 Seiten, Abbildungen, 4 Tafeln, ISBN 978-3-927856-22-6) [Denkmalpflege im Saarland, Bd. 10].

Funde von Prägungen des Gallischen Sonderreiches.

In dem vorliegenden Band von Ulrich Werz, der die antiken Fundmünzen Niedersachsens zusammen mit Anke Matthes bearbeitet (https://denkmalpflege.niedersachsen.de/landesamt/archaeologie/fundmunzbearbeitung-204869.html), sind knapp 2.000 Münzen aus der römischen Villa Borg (https://www.villa-borg.de/) vorgelegt. Die Villa liegt in der saarländischen Gemeinde Perl im Landkreis Merzig-Wadern und ist heute ein archäologisches Freilichtmuseum. Sie ist eine der größten römischen Villenanlagen im Saar-Mosel-Raum. Die Publikation der Münzen, die von der keltischen Periode bis in die Spätantike reichen, zeigt eindrucksvoll, dass das Landgut in einer über-regionalen kulturellen Vernetzung gedacht werden muss. Unter den Funden sind eine große Anzahl Prägungen aus dem Gallischen Sonderreich (260-274). Münzen aus dieser Zeit und diesem Gebiet gelangten auch nach Niedersachsen. So sind hier bislang rund 180 Geldstücke in Einzel- und Hortfunden sowie einem Grabfund entdeckt worden.

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