VERANSTALTUNGEN & HINWEISE 2022

Online Vortrag: Freitag, 17. Juni 2022, 17:00 Uhr

Computer Anwendungen & Quantitative Methoden in der Archäologie, Sektion Deutschland

Anika Tauschensky M.A. (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt / Landesmuseum für Vorgeschichte)
Dr. Thomas Dunker (Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung Magdeburg)

Fundmünzerfassung mit O.S.C.A.R. (Optical System for Coin Analysis and Recognition)

O.S.C.A.R. (Foto: © LDA Sachsen-Anhalt),

Münzen aus Bodenfunden sind authentische Ausschnitte aus dem historischen Geldumlauf und stellen für die archäologische sowie landes- und wirtschaftsgeschichtliche Forschung eine bedeutende Quelle dar. Allerdings lassen sie die klassische Kennzeichnung direkt am Objekt nicht zu. Daher wurde nach einer Möglichkeit gesucht Münzen unverwechselbar beschreiben und identifizieren zu können. In Kooperation miteinander haben das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und –automatisierung (IFF) ein Werkzeug entwickelt, dass – basierend auf optischen Merkmalen – einen „digitalen Fingerabdruck“ einer Münze berechnet. Die Digitalisierung einer Münze ähnelt der Bildaufnahme bei der Erzeugung von RTI-Bildern und bestimmt Oberflächennormalen, Farbigkeit und Umriss. Mit diesen Informationen ist es möglich, in einer Datenbank bereits digitalisierter Münzen nach einer Münze mit einer hohen Übereinstimmung in Umriss und Merkmalen der Oberflächennormalen zu suchen. Mit O.S.C.A.R. konnten bereits über 25.000 Münzen digitalisiert werden.

Link zum Zoom-Meeting:
https://hs-mainz-de.zoom.us/j/98132951999?pwd=MVhSdWFZUDNJS2FPRTc0Zkg2QStUdz09
Meeting-ID: 981 3295 1999
Kenncode: 614738

(Foto: Frauenhofer IFF(V. Kühne).
(Foto: Frauenhofer IFF(V. Kühne).

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Literatur

Christ, Karl: Antike Münzfunde Südwestdeutschlands: Münzfunde, Geldwirtschaft und Geschichte im Raume Baden-Württembergs von keltischer bis in alamannische Zeit, 1960 [Vestigia. Beiträge zur Alten Geschichte, Bd. 3].

Download
Bibliographische Informationen

Dattari, Giovanni: Numi Augg. Alexandrini, Monete imperiali greche, Catalogo della collezione G. Dattari, compilato dal proprietario, I et II, Le Caire 1991.

Download Part I Download Part II
Bibliographische Informationen

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Eligius-Festvortrag: Mittwoch, 23. März 2022, 18:30 Uhr

Museum August Kestner



Prof. Dr. Achim Lichtenberger (Universität Münster)

Tyros und seine kaiserzeitliche Münzprägung
Eine selbstbewusste phönizische Metropole sucht ihren Platz in der Welt

Tyros war eine vorherrschende Geldmacht in hellenistischer Zeit in der südlichen Levante und hat auch in der römischen Kaiserzeit Münzen geprägt, zunächst als eigenständige Stadt mit Silber- und Bronzeprägung und ab Septimius Severus mit einer kolonialen Bronzeprägung. In dem Vortrag verfolgen wir die Münzikonographie in der römischen Kaiserzeit und den Wandel der städtischen Selbstdarstellung sowie die außergewöhnliche Vielfalt an Typen und vergleichsweise lange Laufzeit der Münzprägung im 3. Jh. n. Chr. Es zeigt sich, dass Tyros sowohl die römische Präsenz thematisierte, als auch selbstbewusst phönikische Lokaltraditionen herausstellte und dabei sich insbesondere auch mit der “ungriechischen” Vergangenheit auseinandersetzte und eine mediterrane Bedeutung reklamierte.

Anmerkung: Museumseintritt.

Bitte beachten Sie die zur Zeit der Veranstaltung gültige niedersächsische Covid-19 Regelung im Museum.

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Onlineveranstaltung: Friday 18 March 2022, 9.45h – 13.00h

Universität Tübingen SFB 1391 Andere Ästhetik

International Workshop via Zoom

Iconographies in Motion – Coins, Coin Types, and Communication

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Because of their coin images, Greek and Roman coins are among the most visual material culture of the ancient world. In this workshop, the conditions and mechanism for the change or continuation of coin iconographies in ancient coin series will be discussed against the backdrop of their function and meaning as communicative tool in society. In a diachronic perspective, phenomena stretching from the archaic period shall be confronted with developments during the Roman imperial period. At the same time, the conference will embrace studies on ancient coinage and coin iconographies from the central and eastern Mediterranean.

Organized within the project “Impressing Images. The Aesthetics of Coins During the Roman Empire” of the interdisciplinary collaborative research centre SFB 1391 Andere Ästhetik. Funded by the German Research Council (DFG).

Program (all times are CET)

  • 09.45 Stefan Krmnicek & Michele Lange (University of Tübingen), Welcome and introduction
  • 10.00 Manuel Flecker (Kiel University), Key note: Imagescapes. Intermedialität zwischen später Republik und früher Kaiserzeit
  • 10.30 Evangeline Markou (National Hellenic Research Foundation), Digraphic Legends, Literacy and Propaganda in Classical Cyprus. The Testimony of Coins
  • 11.00 Marc Wahl (University of Vienna), Coin Types in Motion. A Case Study of Thurium (Lucania)
  • 11.30 Panagiotis Iossif (Radboud University Nijmegen), Gender Identity, Victorious Expressions. A Quantitative Perspective of Seleucid Numismatic Evidence
  • 12.00 Simone Killen (Commission for Ancient History and Epigraphy, Munich), Ganz der Vater?! Warum das Münzportät eines neues Kaisers manchmal wie das seines Vorgängers aussieht
  • 12.30 Stefan Krmnicek (University of Tübingen), From AVGVSTVS to AVGVSTO. The coin legends’ language in motion
  • 13.00 Final discussion and farewell

If you are interested in attending, please email the organizer
stefan.krmnicek@uni-tuebingen.de

Download the flyer here.

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Vortrag: Mittwoch, 12. Januar 2022, 18:30 Uhr

Numismatische Gesellschaft zu Hannover e.V.

im Vortragsraum des Museums August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover

Reinhard Kuhn, Garbsen

Das Paradoxon der LIMA-Edition: Numismatik und Heldentum

Lima Five Guineas Old Head, 1746. 37 mm, Au, 41,72 g (Foto: Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG, Osnabrück, Auktion 331, Jan. 2020, Los 846).

Diese unter dem britischen König Georg II. von 1745 bis 1746 geprägte Serie von Umlaufmünzen verweist mit der zusätzlichen Inschrift “LIMA” propagandistisch auf die Herkunft des Edelmetalls aus Kriegsbeute von Schiffen aus Lateinamerika. Die genauen historischen und sozialgeschichtlichen Zusammenhänge wurden aber bisher offenbar falsch gedeutet.

Anmerkung: Museumseintritt. Bitte COVID-19 Regelung beachten!

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